Weniger ist mehr: Reduktion im Layout
Warum Gestaltung stärker wirkt, wenn sie sich auf das Wesentliche beschränkt, und woran Sie erkennen, was wegkann.
Was Reduktion bedeutet
Der Begriff kommt vom lateinischen „reducere“: zurückführen. Gemeint ist im Design die Rückführung einer Gestaltung auf ihre Kernaussage. Alles, was nur schmückt, tritt zurück; was die Botschaft trägt, bleibt.
Das ist eine Gestaltungsentscheidung: Jedes Element auf einer Seite konkurriert um Aufmerksamkeit. Je weniger Elemente mitreden, desto klarer spricht der Inhalt.
Warum weniger mehr wirkt
Reduzierte Gestaltung lenkt die Wahrnehmung auf den Inhalt und verstärkt seine Aussagekraft. Die Information kommt schneller an, fast beiläufig. Dazu kommt ein zweiter Effekt: Aufgeräumte Gestaltung vermittelt Wertigkeit. Eine überladene Seite wirkt anstrengend, eine klare Seite souverän.
Konstanz gehört dazu. Wenn wiederkehrende Muster die Seiten tragen, findet sich der Blick von allein zurecht – niemand muss sich auf jeder Unterseite neu orientieren. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und gutes Layout rechnet damit.
Reduktion im Web
Auf dem Smartphone wird aus dem Gestaltungsprinzip eine Notwendigkeit: Der Platz ist klein und was auf dem großen Bildschirm nur unruhig wirkt, macht den kleinen unbedienbar. Wer mobil überzeugen will, muss vorher entscheiden, welche Information zuerst kommt und welche warten kann.
Reduktion zahlt außerdem auf die Ladezeit ein. Jedes Bild, jeder Effekt und jedes eingebundene Skript kostet Zeit und Besucherinnen und Besucher warten ungern. Eine schlanke Seite ist schneller, robuster und nebenbei zugänglicher für alle, die mit Screenreader oder älterem Gerät unterwegs sind. Für das Kindermissionswerk haben wir kindermissionswerk.org deshalb bewusst klein gehalten: nur das, was die Partner des Werks brauchen, in fünf Sprachen.
Woran Sie erkennen, was wegkann
Die Testfrage ist einfach: Trägt dieses Element zur Aussage bei oder schmückt es nur? Ein Bild, das die Botschaft zeigt, bleibt. Ein Bild, das eine Lücke füllt, fliegt. Dieselbe Frage funktioniert für Textbausteine, Icons und ganze Seiten.
Wer unsicher ist, streicht probeweise und schaut, ob etwas fehlt. Meistens fehlt nichts. Was jede Redaktion weiß, gilt auch für die Gestaltung: Komm auf den Punkt.
Was heißt das für gemeinnützige Organisationen?
Unser Claim „Ein Auge für das Wesentliche“ ist zuerst eine Gestaltungshaltung. Für gemeinnützige Organisationen hat sie einen doppelten Wert. Klare Kommunikation erreicht Menschen besser und sie kostet weniger. Jedes Element, das niemand braucht, muss auch niemand bezahlen und pflegen.
Ob Website oder Erscheinungsbild: Was bleibt, soll arbeiten. Der Rest darf gehen.
Was auf Ihrer Website bleiben darf und was gehen kann, sehen wir uns gern mit Ihnen an: Websites.
Quellen: Alexandre N. Tuch u. a., „The role of visual complexity and prototypicality regarding first impression of websites“, International Journal of Human-Computer Studies, 2012 · Nielsen Norman Group, „Aesthetic and Minimalist Design“, nngroup.com.